Reisetipp Ruhrgebiet • Im Westen viel Neues

Zechen, Staub und Kohle, dieses Image haftet dem Ruhrgebiet noch immer an. Doch es ist falsch, denn die Region hat sich zu einer der interessantesten Deutschlands gemausert.

„Tief im Westen, wo die Sonne verstaubt ist es besser, viel besser, als man glaubt“, das hat Herbert Grönemeyer schon 1984 seinen Fans auf Vinyl und von der Bühne zugerufen und wurde damit ein erster Botschafter der Region, die damals das Sorgenkind der Nation war.

Stahlkrise, Zechensterben, Strukturwandel sind Attribute, die auch noch heute mit dem Ruhrgebiet assoziiert werden.

Staubig ist die Sonne dort schon lange nicht mehr, es ist grün, die Natur erobert sich Industriebrachen zurück, stillgelegte Bahntrassen werden zu modernen Radwegen, Stahl- und Zechenanlagen in Event- und Erlebnisparks umgebaut.

Das Revier erfindet sich neu, ohne dabei seine Kultur zu vergessen. Es ist in Bewegung, lebendig und kreativ. Vielleicht nicht auf den ersten Blick. Doch es lohnt sich, genauer hinzusehen und zu erleben, weshalb das Ruhrgebiet zu den spannendsten Gegenden Deutschlands gehört.

Viel Spaß beim Lesen und Entdecken.

Die Zeche Zollern ist die schönste Zeche im Ruhrgebiet

Nix wie hin • Highlights im Ruhrgebiet

Industriecharme trifft auf moderne Kunst, Kultur und Events. Es gibt Orte im Ruhrgebiet, die man einfach gesehen haben muss. Unsere Highlights.

 

 

Blauer Kiosk in DuisburgKippen, Klümpchen, Klönen • Büdchenkult im Ruhrgebiet

Kiosk, Büdchen und Trinkhallen gehören zum Ruhrgebiet wie Hochöfen, Currywurst und Fußball. Mit dem 1. Tag der Trinkhallen wurden sie in diesem Sommer in der gesamten Region gefeiert. Grund genug, einige genauer unter die Lupe zu nehmen.

Frank GoosenWir müssen noch sexy werden

Das jedenfalls meint der Ruhrpott-Kultautor Frank Goosen. Wir haben mit ihm über Imageprobleme seiner Heimat gesprochen.

 

 

Pegel Ruhort in Duisburg

Keimzelle Ruhrort • 300 Jahre Hafen in Duisburg

Europas größter Binnenhafen ist in Duisburg. Eine Erfolgsgeschichte, die im Stadtteil Ruhrort begann, einem Bezirk, in dem sich beispielhaft die Industriegeschichte des Ruhrgebiets spiegelt. Eine Spurensuche.

 

Einweihung des zweiten Teilabschnitts

Radautobahn • Locker am Stau vorbei

Der geplante Radschnellweg Ruhr soll den täglichen Verkehrsinfarkt auf den Autobahnen des Ruhrgebiets reduzieren. Mit diesem Projekt ist das Ruhrgebiet Vorreiter in Deutschland. Zwei Teilstücke sind schon befahrbar.

 

BücherstandDer Pott zwischen zwei Deckeln

Buchtipps für Entdecker.

Aufmacherfoto: Ruhr Tourismus/Jochen Schlutius




Nix wie hin • Highlights im Ruhrgebiet

Im Ruhrgebiet gibt es viel Spektakuläres zu entdecken. Hier die Top 5 unserer Lieblingsplätze.

 

Illuminierter Landschaftspark
Ein Eldorado für Fotografen – der Landschaftspark Duisburg-Nord

Landschaftspark Duisburg-Nord

Unter den vielen stillgelegten Industrieanlagen im Ruhrgebiet gehört der Landschaftspark Duisburg-Nord zu den beeindruckensten.

Das ehemalige Hüttenwerk im Duisburger Stadtteil Meiderich wurde 1985 geschlossen und 1994 als Multifunktionspark für Besucher eröffnet.

Heute präsentiert sich das 180 Hektar große Gelände als Abenteuerspielplatz für alle Altersgruppen. Das alte Gasometer wurde geflutet und zum Tauchsportzentrum umgebaut, die Gießhalle beherbergt einen Hochseilparcours, in den Werkshallen finden Kulturveranstaltungen statt und in den Erzlagerbunkern gibt es alpine Klettergärten. Eine lebendige Industriebrache, die jährlich über eine Million Besucher anzieht. www.landschaftspark.de

 

Beeindruckende Fassade der Lohnhalle
Mehr Schloss als Zechen-Lohnhalle

Zeche Zollern

Die Zeche Zollern im Dortmunder Stadtteil Bövinghausen ist nicht die größte, aber mit Abstand die schönste Zeche im Ruhrgebiet. Und das war durchaus beabsichtigt, denn das Bergwerk wurde in den 1870er Jahren, zu Zeiten der industriellen Hochkonjunktur, als Musterzeche gebaut.

Eine Zeche als Showroom, der Investoren von deutscher Baukunst und Elektrotechnik überzeugen sollte.

Das Ensemble mit den verzierten Backsteinfassaden, dem Jugendstilportal der Maschinenhalle und der prunkvollen Ausstattung der Lohnhalle lassen heute fast vergessen, daß dort ab 1873 tonnenweise Kohle gefördert wurde.

Seit September ist die Maschinenhalle nach langer Renovierungszeit wieder geöffnet. Vom Leben „unter Tage“ wird im angeschlossenen Museum erzählt. www.lwl.org

 

Die Magarethenhöhe ist Deutschlands erste Gartenstadt
Der Marktplatz mit Gasthaus ist Zentrum der Siedlung

Margarethenhöhe

Die Wohnsiedlung Margarethenhöhe im Süden von Essen ist untrennbar mit dem Namen Margarethe Krupp verbunden.

Sie führte nach dem Tod ihres Mannes Friedrich Alfred Krupp (1902) die Geschäfte der florierenden Fabrik für Gussstahl und gründete 1904 die gemeinnützige „Margarethe-Krupp-Stiftung für Wohnungsfürsorge“.

Mit der Siedlung Margarethenhöhe, die als erste deutsche Gartenstadt gilt und sicherlich zu den schönsten gehört, sollte bezahlbarer Wohnraum für Krupp-Mitarbeiter und Geringverdiener geschaffen werden. Die Siedlung verfügte für die damalige Zeit über einen modernen Standard, geräumigen Wohnungen samt sanitären Einrichtungen und Garten.

Eine Musterwohnung kann bei Führungen durch die Anlage besichtig werden. www.essen-margarethenhoehe.de

 

Das Gasometer Oberhausen: Früher Industrie - heute Kunst
Besondere Raumerlebnisse im ehemaligen Gasspeicher

Gasometer Oberhausen

Es ist eine der außergewöhnlichsten Ausstellungshallen überhaupt: das Gasometer in Oberhausen. Ab 1929 wurde in dem 117 Meter hohen Speicher Gas aus den benachbarten Eisenhütten gespeichert, um es nach Bedarf an die naheliegenden Kokereien zur Befeuerung ihrer Anlagen abzugeben.

Im Zuge der Stahl- und Kohlekrise musste das Gasometer 1988 den Betrieb einstellen. Schon sechs Jahre später öffnete das umgebaute Gasometer seine Tore für Events und Ausstellungen.

Auch Verpackungskünstler Christo war bereits zu Gast und nutzte fast die gesamte Höhe des Innenraums für sein Kunstobjekt „Big Air Package“. Raumerlebnisse der besonderen Art bestimmen die wechselnden Ausstellungen. Wer den Pott von oben sehen will, fährt mit dem gläsernen Fahrstuhl bis aufs Dach. www.gasometer.de

 

Größtes Bergbaumuseum der Welt
Zeche hautnah erleben im Bergbaumuseum

Deutsches Bergbaumuseum

Bergbau hautnah erleben, das bietet das Deutsche Bergbaumuseum in Bochum. Schon von weitem ist das 71,4 Meter hohe Fördergerüst zu erkennen, das ursprünglich in der Schachtanlage Germania in Dortmund stand.

Nach deren Schließung wurde der 650 Tonnen schwere Stahlkoloss in Einzelteile zerlegt, mit Spezialtransportern nach Bochum gebracht und dort im mühevoller Arbeit wieder aufgebaut. Ein Meisterstück der Logistik. Auf die Aussichtsplattform gelangt man mit einem Fahrstuhl. Nicht unbedingt für Menschen mit Höhenangst, doch es entschädigt ein grandioser Blick.

Spektakulär ist die virtuelle Fahrstuhlfahrt in eine Bergwerk, untermalt mit Videoeinspielungen und Akustik. Angekommen im Anschauungsbergwerk werden auf 2,5 Kilometer Länge die Arbeit im Stollen und das Leben unter Tage eindrucksvoll gezeigt.  www.bergbaumuseum.de

 

Fotos: LWL-Industriemuseum/Martin Holtappels (Aufmacherfoto);  Ruhr Tourismus/Jochen Schlutius; LWL/Hudemann; Bettina Hagen




Kippen, Klümpchen, Klönen • Büdchenkult im Ruhrgebiet

Kiosk, Büdchen und Trinkhallen gehören zum Ruhrgebiet wie Hochöfen, Currywurst und Fußball. Es ist die Geschichte einer großen Liebe, die vor rund 150 Jahren begann und trotz des Büdchensterbens hoffnungsvoll in die Zukunft blickt.

Im Ruhrgebiet stößt man statistisch alle sieben Minuten auf ein Büdchen. Nirgendwo in der Bundesrepublik gibt es eine höhere Dichte, nirgendwo ist seine Kultur so eng mit der Identität einer ganzen Region verknüpft. Und wie alles im Ruhrgebiet, hängt auch das Büdchen mit Bergbau und Stahlindustrie zusammen.

Elke mit Hundefreundinnen
Aus Kunden werden Freunde

Sieben Minuten dauert es, bis man von der stillgelegten Zeche Hannover in Bochum zur Magdeburger Straße in Wanne Eickel gelangt und vor Elkes Bude steht.

Ein einfaches Häuschen am Rande eines Feldes, in dem man alles bekommt, was ein ordentlicher Ruhrgebiets-Kiosk so führt: Zeitungen, Zigaretten, Kaffee, Bier und die berühmte „gemischte Tüte“, die nach Wünschen der meist jungen Kunden von Hand mit Colafläschchen, Lakritz und Brausestangen gefüllt wird.

Seit 1978 beobachtet Elke Joachimsmeier von hier den Wandel im Viertel. Ruhig sei es geworden, nachdem Anfang der 1970er Jahre die Zeche geschlossen wurde. „Früher gab es hier einen Lebensmittelladen, Metzgerei und Bäcker, eine Drogerie und eine Kneipe“, sagt Joachimsmeier. „Alle haben sie nach und nach pleite gemacht“.

Tafel vor Elkes Bude
Liebeserklärung an die Bude

Die Bude bleibt

Geblieben aber ist der Kiosk und mit ihm sein Publikum. Elkes Kiosk ist Treffpunkt, ein Ort des Austauschs und Marktplatz im Quartier. Viele Kunden sind über die Jahrzehnte Freunde der 62jährigen geworden, wie die fünf Frauen, die seit Jahren gemeinsam ihre Hunde ausführen und anschließend auf Kaffee und Zigarette zu Elke gehen.

Ein tägliches Ritual, bei Wind und Wetter. „Es ist zwar nicht die modernste Bude, aber die beste der Welt“, sagt Silke Schümann. „Hier ist Familie, hier hören wir  Neuigkeiten, teilen Freude und Kummer“. Fast jeder ist per Du.

Wenn die verwitwete Kioskbesitzerin Hilfe benötigt, ist schnell jemand da, der einspringt. Und dennoch ist es ein Knochenjob. Zwölf Stunden verbringt sie täglich in ihrem Büdchen und kommt so eben über die Runden. Zusätzliches Geld spült der jährliche Verkauf von Holzschnitzereien auf dem Düsseldorfer Weihnachtmarkt in die Kasse. Doch jetzt will sie kürzer treten.

Drei Jahre noch, dann soll es vorbei sein mit Elkes Büdchen. Silke Schümann und ihre Freundinnen sehen das anders. „Wir werden sie hier anketten“, droht Schümann „Elke und die Bude bleiben“. Darüber wird es wohl noch Diskussionen geben.

Von der Seltersbude zum regionalen Kulturgut

Mit der Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden die ersten Trinkhallen als Seltersbuden. Ursprünglich sollten sie die Arbeiter mit ausreichend Wasser versorgen und den Alkoholkonsum eindämmen. Vor Zechen, Eisenhütten, Stahlwerken und in Arbeitersiedlungen schossen Trinkhallen wie Pilze aus dem Boden.

Die Trinkhalle gehört zum Ruhrgebiet
Überall zu sehen im Ruhrgebiet

Nach und nach kamen zu den Getränken kleine Speisen wie Soleier, eingelegte Heringe und Gurken. Büdchen wurden zu beliebten Anlaufstellen vor und nach der Schicht. Zum großen Ärger der benachbarten Gasthäuser und Kneipen, die um ihre Kundschaft fürchteten.

Dann ihr Boom in den 1960er Jahren. Die klassischen Tante Emma-Läden hatten den Kampf gegen die übermächtigen Supermärkte verloren. Viele Budenbesitzer erweiterten ihr Sortiment um Lebensmittel und füllten die Lücke. Dank der langen Öffnungszeiten kamen Kunden für ein abendliches Bierchen und Last-Minute-Käufe.

Das änderte sich mit dem Niedergang der Schwerindustrie. In den 1980er Jahren schlossen Berg- und Stahlwerke ihre Tore und viele Trinkhallen konnten sich nicht mehr halten. Heute konkurrieren sie mit Supermärkten und Tankstellen, die mit der Liberalisierung des Ladenschlussgesetzes mindestens ebenso lange wie Büdchen geöffnet haben.

Echte Überlebenskünstler

Blauer Kiosk in Duisburg
Duisburgs älteste Bude

Und doch sind sie noch da. Nach Schätzungen gibt es weit über 10.000 im Revier. Sie sind zum Mythos geworden, zu einer Welt realer Begegnungen, ganz jenseits von Facebook und Co. Auf wenigen Quadratmetern, zwischen Süßigkeiten und Tabak, bildet sich Tag für Tag ein gesellschaftlicher Mikrokosmos, authentisch und für den Augenblick klassenlos.

Ein offenbar zeitgemäßes Konzept, das auch junge Leute anzieht. Wie den jungen Studenten Philipp Eckershoff, der im vergangenen Jahr Duisburgs älteste Bude im Stadtteil Ruhrort übernommen hat. Ab 1905 wurden aus dem Kiosk mit der auffälligen blauen Holzfassade Matrosen und Kapitäne des naheliegenden Freihafens mit Getränken versorgt.

Seitdem hatte der Kiosk einiges zu überstehen, den Bombenhagel des zweiten Weltkriegs, den Sturm Kyrill 2006, der eine schwere Platane aufs Kioskdach krachen ließ. Trotzig hielt die blaue Fassade stand.

„Der Vorbesitzer war unser Nachbar“, erzählt der 24jährige, „und als er sich zurückzog, war mir schnell klar, dass ich den Kiosk übernehme“. Der angehende Literaturwissenschaftler wurde  zum Jungunternehmer. Einen Großteil seiner Kunden kennt er von Kindesbeinen an. „Ich habe etwa 60 Prozent Stammkundschaft“, betont er zufrieden. Wenn die Uni ruft, springen seine Eltern für ihn ein.

BonBonBude in Castrop Rauxel
Vom Maurer zum Büdchenbesitzer

Im Retro-Look

Auch das Ehepaar Mauermann hat mit einem Büdchen am Marktplatz in Castrop-Rauxel den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt. Lange haben sie gezögert, den fünf Jahre leer stehenden Laden zu übernehmen.

Dann entschieden sich die beiden eingefleischten Rockabilly-Fans, einen Kiosk im Stil der 1950er Jahre zu eröffnen.

Seit Juli 2015 gibt es die BonBonBude, die sich mit ihrer Einrichtung im poppigen Rosa deutlich von anderen Kiosken unterscheidet. Bunte Blechschilder, Bonbons aus Glasdosen, Waffeln, Cheesecake und Besitzer, die im fünfziger Jahre Look gekleidet sind.

Bude im 50er-Stil
Bunte Büdchenkultur

„Besonders stolz sind wir auf unsere Theke aus dieser Zeit. Sie stand noch 60 Jahre lang in einem Tante Emma-Laden in Süddeutschland“, sagt Ralf Mauermann, der den Kiosk tagsüber alleine führt und den Schülern der benachbarten Schule morgens Getränke und Süßigkeiten, mittags Bockwurst mit Brötchen verkauft.

„Der finanzielle Aspekt stand bei uns nicht im Vordergrund“, betont der gelernte Maurer.

Noch hat seine Frau ihren Vollzeitjob nicht aufgeben, sie hilft abends und am Wochenende. Doch wenn sich der Büdchenkult im Ruhrgebiet weiter fortsetzt, kann sich schnell ändern.

INFOS
Besonderer Tipp: In Bochum bietet der Schauspieler Giampiero Piria eine Kioskwallfahrt durch den Stadtteil Hamme an, die das Phänomen Kiosk im Kontext von städtebaulichen, historischen und sozialen Zusammenhängen zeigt (www.bochum-tourismus.de).

Weitere Information zum Ruhrgebiet unter www.ruhr-tourismus.de

  • Zutaten für die "gemischte Tüte"

Fotos: Bettina Hagen




Wir müssen noch sexy werden

Der Autor und Kabarettist Frank Goosen ist mit seinen Bestsellern zum Kultautor des Ruhrgebiets geworden. Mit Radio Heimat ist gerade ein zweites Werk verfilmt worden. ABSOLUT TRAVEL sprach mit ihm über die Dreharbeiten und Imageprobleme seiner Heimat.

 

Am 17. November kommt mit Radio Heimat in der Regie von Matthias Kutschmann ihr zweiter Film in die deutschen Kinos. Waren Sie in die Dreharbeiten involviert?

Nein, das habe ich auch diesmal dem Profi überlassen. Ich war einmal zu Besuch beim Dreh, habe mich da aber zurückgehalten, weil es nichts Schlimmeres gibt, als wenn jemand, der eigentlich keine Ahnung, ständig seinen Senf dazu gibt. Ich habe aber das Drehbuch vorab gelesen, und Matthias hat mir schon sehr früh einen Rohschnitt des Films gezeigt, von dem ich sehr angetan war.

In Radio Heimat beschreiben Sie das überholte Kohle-Kumpel-Malocher-Klischee, das dem Ruhrgebiet nach wie vor anhaftet. Gleichzeitig wird genau das mit Aktionen wie dem 1. Tag der Trinkhallen, der in diesem Sommer gefeiert wurde, bedient. Wie haben Sie den Tag erlebt?

Ich habe auf dem Sofa gesessen und gelesen. Abends war ich auf einem fünfzigsten Geburtstag eingeladen. Ich finde es nicht schlimm, dieses Klischee dann und wann zu bedienen. Jede Identität basiert auf vergangenen Erfahrungen. Unsere Vergangenheit von Kohle, Stahl und Selterbude macht uns einzigartig, so wie der Hafen die Hamburger und die Almen die Bayern. Es ist nur wichtig, auf dieser Basis einen Dreh in die Zukunft zu finden.

Der Regionalverband Ruhr hat gerade die Ergebnisse eine Imagestudie veröffentlicht, in der die Befragten das Ruhrgebiet als traditionsbewusst, authentisch und zupackend beschrieben haben. Andere Gegenden Deutschlands bekamen die Attribute modern, innovativ und weltoffen. Ärgert Sie das?

Ich denke mal, auch Bayern wird man durchaus als traditionsbewusst ansehen. Tatsächlich aber gelten wir nach außen immer noch nicht als kreatives Ideenlabor. Das wir zum Teil durchaus sind. Sich über so ein Image zu ärgern bringt nichts. Das sollte Ansporn sein, dieses Bild weiter zu korrigieren. Wir haben es selbst in der Hand. Wir sind schon arm, jetzt müssen wir nur noch sexy werden. So wie Berlin es mal war.

In Bezirken wie Duisburg Ruhrort oder im Dortmunder Kreuzviertel etabliert sich eine junge lebendige Kreativszene. Es ist viel in Bewegung. Wagen Sie eine Prognose? Wie wird das Ruhrgebiet in 15 Jahren aussehen?

Ich kann nur hoffen, dass es gelingt, dieses Potential weiter hier zu halten und dass diese Leute nicht alle irgendwann frustriert sind und doch wieder nach Hamburg, Berlin oder München abwandern.

https://youtu.be/dJItYI9vZmU

Foto Goosen: philippwente.com




Radautobahn • Locker am Stau vorbei

Rund 700 Kilometer ausgeschilderte Radwege gibt es im Ruhrgebiet. Große Teile führen über stillgelegte Bahntrassen durch die ehemalige Industrielandschaft. Mit dem 100 Kilometer langen Radschnellweg Ruhr von Duisburg bis nach Hamm soll jetzt ein neuer Meilenstein gesetzt werden. Zwei Streckenabschnitte sind bereits befahrbar.

Mit dem Kürzel CR7 assoziiert man schnell den Weltfußballer Cristiano Ronaldo. Bei RS1 fällt einem deutlich weniger ein. Noch. Es steht für den Radschnellweg Ruhr, einem Prestigeprojekt des Landes Nordrhein-Westfalen, mit dem der tägliche Verkehrsinfarkt auf den Autobahnen des Ruhrgebiets reduziert werden soll.

Ein ehrgeiziges Projekt und nicht minder spektakulär. Etwas Vergleichbares gibt es zwar bei den holländischen Nachbarn, in Dänemark und der Schweiz, in der Bundesrepublik aber noch nicht.

Staufreies Städtehopping

Ziel ist es, Anwohner zu motivieren, sich nicht ins Auto, sondern auf das Rad zu setzen, um zur Arbeit oder zur Uni zu fahren. Etwa hundert Kilometer lang soll der neue Premium-Radweg werden und zehn Städte mit einander verbinden, darunter Metropolen wie Essen und Dortmund.

Zwei Drittel der Strecke verlaufen über ehemalige Bahntrassen, die sich wie ein verästeltes Adersystem durch das gesamte Ruhrgebiet ziehen und zu Zeiten des florierenden Bergbaus für den Transport von Kohle und Industriegütern genutzt wurden.

Einweihung des zweiten Teilabschnitts
Einweihung des zweiten Teilabschnitts

Radfahren deluxe

Im Rahmen des RS1-Projektes werden die Trassen renaturiert, statt Schienen wird es nun gut befahrbaren Asphalt, Fahrbahnmarkierungen, Orientierungs- und Entfernungstafeln sowie eine durchgängige Beleuchtung geben. Geplant sind außerdem Rast- und Service-Stationen mit WLAN-Hotspots.

„In diesem Sommer sind wir ein gutes Stück weiter gekommen“, sagt Jens Hapke vom Regionalverband Ruhr, „es wurde mit des Bau eines weiteren Streckenabschnitts bis zur Fachhochschule Ruhr West in Mülheim begonnen und der Bund hat das Projekt in die überregionale Verkehrsplanung aufgenommen. Das bedeutet, dass er es finanziell unterstützt“.

Nach der Machbarkeitsstudie des Landesministeriums für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr sollen mit dem RS1 täglich rund 50.000 PKW-Fahrten eingespart werden. Für 2020 ist die Einweihung geplant.

Noch verhandeln Bund, Land und Region über die Kostenaufteilung der veranschlagten 183 Millionen Euro. Doch es gilt als sicher, dass der Radweg gebaut wird.

Gehen die Pläne auf, kann der RS1 Modell und Vorbild für andere verkehrsstarke Regionen und Städte in Deutschland werden.

Besonderer Tipp: Der Essener Aktiv-Touranbieter SimplyOut Tours bietet Radtouren durch das Ruhrgebiet an, unter anderem auch auf dem ersten Teilabschnitt des RS1, der auf der Trasse der stillgelegten „Rheinischen Bahn“ von der Essener Universität bis Essen-Frohnhausen führt. Die Tour folgt den Spuren der Industriellenfamilie Krupp, vom neuen Essener Kruppviertel über die Siedlung Margarethenhöhe bis zur Villa Hügel, dem ehemaligen Kruppschen Familiensitz. www.simply-out-tours.de

Weitere Infos zum RS1: www.rs1.ruhr

Geplanter Streckenverlauf des RS1
Geplanter Streckenverlauf des RS1

Fotos: RVR/Tom Schulte
Karte: RVR




Der Pott zwischen zwei Deckeln

Der Reiz des Ruhrgebiets offenbart sich nicht immer auf den ersten Blick. Oft muss man genauer hinschauen, um seinen Lieblingsplatz zu finden. Wir stellen drei Bücher vor, die dabei helfen.

 

Geheimtipps Ruhrgebiet

„Glücksorte im Ruhrgebiet“ heißt der Band der ehemaligen WAZ-Redakteure Tania Weimer und Thorsten Wellmann, in dem sie 80 bekannte und ausgefallene  Orte im Ruhrgebiet präsentieren.

Die Stärke des Buchs liegt in der Auswahl, die von Ruhrgebiet-Blockbustern wie der Zeche Zollverein über das Gasometer in Oberhausen bis hin zu Insider-Tipps jenseits der touristischen Routen reicht.

Ob die 50er Jahre Filmbar in der Essener Lichtburg, die alte Gewürzmühle in Gelsenkirchen oder Grillkurse in Herten tatsächlich Glückgefühle auslösen, müssen die Besucher selbst entscheiden. Den Autoren ist jedenfalls ein inspirierendes und kurzweiliges Lesebuch gelungen.

Tanja Weimer/Torsten Wellmann
GLÜCKSORTE IM RUHRGEBIET
168 Seiten , mit Fotos
ISBN 978-3-7700-1568-9

 

Zwölf raue Routen zu Fuß durchs Ruhrgebiet verspricht Thomas Machoczek in seinem Buch „Weites Revier“, das gerade in der zweiten Auflage erschienen ist. Auch wenn das Ruhrgebiet keine Wanderregion im klassischen Sinne ist, setzt der Autor auf die entschleunigte Fortbewegung, die erst die für das Revier prägenden Brüche richtig spürbar werden lässt.

Wandertouren durchs Ruhrgebiet

Und so nimmt er Leser und Wanderer mit auf Touren durch Industrie-Brachen, Arbeitersiedlungen und Landmarken der Industriekultur. Nicht auf direkten Wege, sondern über stillgelegte Trassen oder entlang von Kanälen und Schrebergärten.

Zu jeder Tour gibt es Streckenangaben, GPS-Koordinaten, Hinweise zum öffentlich Nachverkehr sowie kurze, aber fachkundige Infoblöcke zu den Sehenswürdigkeiten.

Thomas Machoczek
WEITES REVIER – Auf 12 rauen Routen zu Fuß durchs Ruhrgebiet
144 Seiten, mit Fotos
ISBN: 978-3-8375-1596-1

 

Weitgehend ohne Steigungen und fast autofrei sind die zwölf Radtouren, die Uwe und Christiane Ziebold in „Über alte Bahntrassen im Ruhrgebiet“ vorstellen.

Die Touren mit einer Länge von 22 bis 72 Kilometern führen zwischen Essen, Dortmund, Wuppertal und dem Kreis Viersen über stillgelegte Bahntrassen, die früher für den Transport von Kohle genutzt wurden. Renaturiert und ausgebaut, geben sie heute Einblicke in die Kultur- und Industriegeschichte des Reviers.

Radtouren auf alten Bahntrassen im Ruhrgebiet

Im Infokasten vor jeder Tour werden Streckenlänge, Beschaffenheit und Schwierigkeitsgrad beschrieben, am Ende gibt Tipps für Sehenswürdigkeiten, Gastronomie und Fahrradservicestationen. GPS-Daten zum Download sind über die Homepage des Bachem Verlags abrufbar (www.bachem.de/verlag).

Uwe und Christian Ziebold
ÜBER ALTE BAHNTRASSEN IM RUHRGEBIET
128 Seiten, mit Fotos
ISBN: 978-3-7616-2935-2




Keimzelle Ruhrort • 300 Jahre Hafen in Duisburg

Europas größter Binnenhafen feiert Geburtstag. 1716 im heutigen Stadtteil Ruhrort gegründet bescherte er dem damals eigenständigen Städtchen einen rasanten Aufschwung. Ende der 1950er Jahre begann der Niedergang. Heute erfindet sich der Ort neu und setzt vor allem auf die Kreativszene. Ein Ortsbesuch.

Als am 16. September 1716 der Ruhrorter Magistrat den Bau eines Hafens beschloss, konnte er nicht ahnen, dass er damit den Grundstein für Europas größten Binnenhafen legte. Er wusste nicht, dass sich Ruhrort in den folgenden zwei Jahrhunderten zum florierenden Handelsplatz entwickeln würde und musste nicht mit ansehen, wie die Kohle-und Stahl-Krise ab Mitte des 20. Jahrhunderts die gesamte Region in einen Strukturwandel zwang, der bis heute nicht abgeschlossen ist.

Ruhrort hat ihn schmerzhaft zu spüren bekommen. Leere Ladengeschäfte in den Seitenstraßen gibt es noch immer, heruntergekommene Häuser, die seit Jahren verwaist sind. Und doch putzt sich der Stadtteil heraus, will den einstigen Wohlstand wieder glänzen lassen und zeigt in der Altstadt architektonisch ein erstaunlich geschlossenes Bild. Viele der reich verzierten Gründerzeitfassaden sind inzwischen restauriert, Parkanlagen in Schuss gebracht, historisierende Laternen aufgestellt, die Hafenpromenade gestylt.

Schiff an Schiff im Duisburger Hafen um 1920
Der Duisburger Hafen im Jahr 1920

Dies alles folgt einem Masterplan von 2009, der von der Stadt Duisburg und den lokalen Wirtschaftsunternehmen Haniel, Duisburg Hafen und Gebag initiiert wurde, um die Halbinsel im Rhein wieder zum attraktiven Wohn- und Arbeitsort zu etablieren.

Dennoch: Die Zeit um 1900, als es in Ruhrort eine höhere Millionärsdichte gab als in Berlin, man feudal einkaufen konnte und die neuste Mode bekam, ist passé. Nirgendwo zeigt sich das deutlicher als am Neumarkt, dem zentralen Herzstück des Bezirks.

Frau Itze zapft an

Es gab Zeiten, da tobte das Leben auf dem Neumarkt. Heute parken dort Autos, außer an den Markttagen. Aber auch dann sind es nicht mehr als drei bis vier Gemüsestände, die Waren anbieten. „Früher war der gesamte Platz belegt, jetzt ist es trostlos“, sagt Gerda Verbeck, besser bekannt als Frau Itze.

Frau Itze hinterm Tresen
Schifferkneipe „Zum Itze“

Genannt wird sie so seit 1984, als sie mit ihrem Ehemann die Traditionskneipe „Zum Itze“ am Neumarkt übernahm. „Im Laufe der Jahre ist es immer weniger geworden, auf dem Markt und bei uns“, sagt die 76jährige, die nach dem Tod ihres Mannes vor zwei Jahren allein hinter dem Tresen steht.

Seit ihrer Eröffnung um 1900 hat die Schänke bessere Zeiten gesehen. Schnell wurde sie zweite Heimat für Hafenarbeiter, Matrosen, und Kapitäne. Es war die Zeit des legalen und illegalen Handels in Ruhrort.

Spediteure, Schiffseigner und Schiffer feilschten auf offener Straße um Frachten, Löhne und Aufträge. Arbeiter kamen aus dem benachbarten Holland oder Belgien, heuerten in Ruhrort an oder siedelten gleich ganz über. Ruhrort boomte.

Mit der Eröffnung der Schifferbörse im Jahr 1901 sollte der Handel von der Straße geholt und illegale Kungeleien unterbunden werden.

Ruhrorter Schifferbörse am Hafen
Schifferbörse am Hafen

Es geht bergab

Ein erster Rückschlag dann in den 1950er Jahren. Auf dem Rhein wurde die Schleppschifffahrt weitgehend eingestellt, man setze fortan auf die weniger personalintensive und kostengünstigere Schubschifffahrt. Dennoch bestimmte der Hafen weiterhin das Leben.

Auch „Zum Itze“ war bis in die 1980er Jahre eine Schifferkneipe. „In unserer Telefonzelle wurden Geschäfte abgewickelt und im Regal daneben die Post für die Schiffer gelagert“, erzählt Frau Itze. Eintöpfe hat sie für die Gäste gekocht, bis sich das irgendwann nicht mehr gelohnt hat.

Aus der legendären Telefonzelle ist Stauraum für Staubsauger und Putzmittel geworden, die Glasvitrine beherbergt Schiffsmodelle statt Briefe. Optisch jedoch scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Historische Fotos unter der Decke erinnern an den lebendigen Hafenort, das wilde Konglomerat aus Schifferutensilien sind Requisiten aus besseren Zeiten.

Rettungsring und Graf Luckner Mütze
Erinnerung an bessere Zeiten

Geblieben sind einige Stammkunden, die Frau Itze die Treue halten und fast jeden Tag vorbeischauen. Man kennt sich und achtet aufeinander; Lebensgeschichten, über Jahre beim Bier an der Theke  erzählt, schweißen zusammen.

„Zu Fußballspielen, dem jährlichen Hafenfest und Karneval ist es hier voll wie früher“, sagt Wirtin Verbeck, „dann unterstützt mich meine Tochter. Doch ansonsten ist es ruhig“.

Schimmi ohne Ende

Vorbei auch die Zeiten in denen Ruhrort als das St. Pauli des Ruhrgebiets galt. Zwar kursieren noch immer Geschichten um die fromme Tante Olga, die in der Fabrikstraße eine Beat- und Rock-Kneipe betrieb und stundenweise Zimmer vermietete, doch zu sehen ist davon nur noch eine säuberlich restaurierte Fassade.

Letztes, bundesweit bekanntes Raubein war Götz George, alias Tatort-Kommissar Horst Schimanski, der in den 1980er Jahren in Ruhrort drehte. Auch bei Frau Itze.

Jacke hängt in Schimis Stammkneipe
Schimmi ist weg, die Jacke blieb

Tatortfans buchen heute Stadtführungen, die an die Drehorte führen. Ob zu Fuß, per Rad oder Motoryacht, Schimmis Erbe wird konserviert und kann bestaunt werden. Eine Straße hat man inzwischen nach ihm benannt, in seiner Stammkneipe „Zum Anker“, die heute „Café Kaldi“ heißt, erinnern Schimmi-Jacke und Currywust auf der Speisekarte an den Kommissar.

Kreativmotor Kulturhauptstadt

Als 2010 Essen und das Ruhrgebiet europäische Kulturhauptstadt wurden, setzte der Ruhrorter Konzern Haniel alles daran, den Hafen als Kulturhafen europaweit bekannt zu machen.

Zahlreiche Veranstaltungen fanden statt, vor allem aber wurde mit dem Kreativquartier Ruhrort eine Plattform für Künstler, Kulturschaffende, Bürger und Unternehmen geschaffen, die ein gemeinsames Ziel hatten: einen lebens- und liebenswerten Bezirk zu schaffen und eine neue Kreativszene anzusiedeln.

Von Anfang an unterstützte Haniel das Projekt und bot der Initiative mit dem Kauf des Gemeindehauses Ruhrort im Jahr 2012 eine Heimat mit Veranstaltungsräumen.

Fassadengestaltung von Graffiti-Künstler Thomas Baumgärtner
Fassadengestaltung von Graffiti-Künstler Thomas Baumgärtner

Malermeister Dieter Siegel-Pieper war von der ersten Stunde dabei. Als überzeugter Ruhrorter, der den Malerbetrieb seiner Familie in der dritten Generation führt, kennt er die wechselvolle Geschichte des Bezirks. Studiert hatte er Bildende Kunst in Hamburg, doch als er das Geschäft von seinem Vater übernehmen sollte, ging es zurück nach Ruhrort.

Geblieben ist die Begeisterung für die Künste. Der heute 76jährige ist nicht nur leidenschaftlicher Kunstsammler, sondern zeigt mit seinem Bananenhaus auch Kunst am Bau.

„2001 habe ich auf der Art Basel den Kölner Graffitikünstler Thomas Baumgärtner kennengelernt und schnell entstand die Idee, etwas Farbe in die Straße zu bringen“, erzählt er.

Also wurde Baumgärtner angeheuert, die Fassade mit seinen berühmten Bananen zu verzieren. „Damals war das ein Aufreger, doch als die Fassade nach drei Tagen fertig war, gab es sogar einen Festakt mit Bürgermeister zur Einweihung“. Heute gehört das Bananenhaus zu den Sehenswürdigkeiten in Ruhrort.

In den noch unsanierten Seitenstraßen ist das Engagement des Kreativquartiers zu sehen. Kleine Galerien öffnen und Künstler verlegen ihre Ateliers in leerstehende Ladengeschäfte. Theater- und Musikfestivals, Kunstproduktionen und Lesungen sind inzwischen etabliert und erobern den öffentlichen Raum. Es herrscht Aufbruchstimmung in Ruhrort.

Klares Statement in Ruhort
Klares Statement in Ruhrort

Das Vakuum, durch die Krise der Schwerindustrie entstanden, soll jetzt durch Kultur gefüllt werden.

Zum 300. Hafengeburtstag hat die Duisburg Hafen AG Ruhrort eine Markus Lüpertz-Skulptur spendiert.

Die zehn Meter hohe Bronze-Büste heißt „Das Echo von Poseidon“ und wurde kürzlich von Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder auf der Mercatorinsel vor 200 Gästen enthüllt. Ruhrorter waren nicht geladen.

Der Meeresgott Poseidon soll die ankommenden Schiffe begrüßen, so die Idee. Möge er es auch weiter gut meinen mit Ruhrort.

  • Pegel Ruhort in Duisburg
    Zeigt den Flusspegelstand an und ist Wahrzeichen von Ruhrort

Fotos: Tourismus NRW, Duisport AG, Bettina Hagen

INFOS

Essen & Trinken

Zum Itze, Neumarkt 3, 47119 Duisburg

Schifferkneipe mit Kultcharakter

Café Kaldi, König-Friedrich-Wilhelm-Straße 18, 47119 Duisburg

Ehemals „Zum Anker“ und Stammkneipe von Tatort-Kommissar Schimanski

Zum Hübi, Dammstraße 27, 47119 Duisburg

Außenterrasse mit Hafenblick, Eventlocation

Sehenswert

Museum der Deutschen Binnenschifffahrt

Untergebracht in einem restaurierten Jugendstil-Hallenbad wird die Schifffahrts-Geschichte von der Steinzeit bis zur Gegenwart auf drei Etagen multimedial und mit detailgetreuen Modellen erzählt.

www.binnenschifffahrtsmuseum.de

Sightseeing

DU Tours – Kult-Touren in Duisburg

Touren durch Ruhrort – von „Schimmi“ bis zum „Kneipen-Kiez“

www.du-tours.de

Weitere Duisburg-Infos

www.duisburgkontor.de