Hommage an eine Freundschaft

Zum Tod des Couturiers Hubert de Givenchy ein Rückblick auf seine letzte Ausstellungseröffnung und die außergewöhliche Freundschaft zu Audrey Hepburn.

Die Bewegung ist ihm deutlich anzusehen. Es sei ein emotionaler Moment für ihn, sagt der 89jährige Modeschöpfer Hubert de Givenchy anlässlich der Eröffnung der Ausstellung „Hubert de Givenchy: To Audrey with Love“ in Den Haag , an deren Entstehung er maßgeblich beteiligt war. Herausgekommen ist ein umfassender Einblick in das Werk eines der bedeutendsten Modedesigners des 20. Jahrhunderts und die Geschichte einer Freundschaft, die Anfang der 1950er Jahre in Paris begann und bis zum Tod von Audrey Hepburn 1993 anhielt.

Audrey Hepburn im kleinen Schwarzen.

Eine Huldigung an seine Muse solle die Retrospektive sein, es gehe ihm weniger um sein Lebenswerk als darum, Hepburns zeitlose Eleganz, Schönheit und Stil zu präsentieren. Viele berühmte Frauen hat de Givenchy ausgestattet, von Jackie Kennedy über Grace Kelly bis zu Marlene Dietrich. Doch die Verbindung zu Audrey Hepburn war etwas Besonderes: beruflich und privat.

Folgenreiche Verwechslung

Als Audrey Hepburn 1954 nach Paris kam, um Garderobe für ihren zweiten Film Sabrina unter der Regie von Billy Wilder auszusuchen, war sie in Europa noch weitgehend unbekannt. Sie ließ sich einen Termin bei dem jungen aufstrebenden Hubert de Givenchy geben, von dem sie bereits in den USA gehört hatte. De Givenchy erschien zu dem Treffen in der festen Annahme, er würde dort die berühmte Katherine Hepburn treffen. „Plötzlich stand ich vor dieser dünnen, zerbrechlichen Person, ganz ungeschminkt, mit großen Augen und voller Energie“, erinnert sich de Givenchy.

Sie probierte Teile seiner Kollektion an und beide sahen, dass Givenchys klare und elegante Linien die Figur der 24jährigen perfekt unterstrichen. In seinen Kostümen verkörperte sie ein ganz neues Frauenbild, das den üppigen runden Formen von Hollywood-Stars wie Elizabeth Taylor oder Marilyn Monroe gänzlich widersprach. Ihr Look sollte eine ganze Generation von Frauen prägen. „Givenchy ist mehr als ein Designer, er ist ein Schöpfer von Persönlichkeit“ wird Hepburn später sagen.

Zeichnung von Hubert de Givenchy

Der Erfolg des Films Sabrina, in dem Hepburn einen grauen Wollanzug, ein schwarzes Cocktailkleid und ein Abendkleid von Givenchy trug, war der Beginn der engen Zusammenarbeit und des internationalen Durchbruchs für de Givenchy. Fortan designte er alle Filmkostüme für die Schauspielerin und schrieb Modegeschichte mit dem berühmten „kleinen Schwarzen“, das Hepburn in der Eingangsszene von „Frühstück bei Tiffany“ trug. Spätestens damit war die Stil-Ikone Audrey Hepburn geboren.

Eine platonische Liebe

Auch privat setzte Hepburn auf de Givenchy. Er entwarf die Kleider zu ihren beiden Hochzeiten und stattet sie für Filmpremieren und Galas aus. Givenchy war ihr Vertrauter und Mentor, begleitete sie zu offiziellen Terminen, sei es bei der Queen von England oder dem amerikanischen Präsidenten George Bush. Als platonische Liebe beschreibt er ihre Beziehung rückblickend. „Audrey wurde immer als fragil und zerbrechlich wahrgenommen, dabei war sie eine außergewöhnlich starke Frau“.

Nach ihrem Rückzug aus dem Filmgeschäft engagiert sich Hepburn als Botschafterin für Unicef, reist in die Krisenregionen der Welt und wird mit Armut, Hunger und Tod konfrontiert. Dafür schuf ihr Givenchy eine Schutzhülle, einfache T-Shirts aus Satin oder Seide. Sie fühle sich sicher, wenn sie diese Shirts trage und habe das Gefühl er sei bei ihr, sagt sie ihm.

1988 zeigte das Gemeentemuseum eine Ausstellung über Givenchys Haute Couture getragen von Audrey Hepburn. Beide nahmen an der Eröffnung teil. Jetzt ist Hubert de Givenchy zurückgekehrt. Allein.

Hubert de Givenchy, 1960

Infos:

Die Ausstellung „Hubert de Givenchy: To Audrey with Love“ ist bis zum 26. März 2017 Gemeentemuseum Den Haag (Stadhouderslaan 41, 2517 HV Den Haag) zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11 bis 17 Uhr, Eintritt Euro 13,50 ermäßigt 10. www.gemeentemuseum.nl

Bildrechte (von oben nach unten):  John Isaac © UNICEF/UN; Ullstein Bild/Getty Images; Hubert de Givenchy; Robert Doisneau-courtesy Hubert de Givenchy  

 




Airline erklärt Anbau von Wasabi

Wer jemals meinte, zum Sushi echtes Wasabi zu verspeisen, hatte wahrscheinlich grünen Meerrettich auf dem Teller. Denn es ist schwierig Wasabi anzubauen, wie jetzt eine japanische Fluglinie erklärt.

Von den Tücken des Wasabi-Anbaus, den Ernährungsgewohnheiten eines Sumo-Ringers und anderen Themen rund um die Besonderheiten der japanischen Kultur erzählen sieben Videoclips, die im Auftrag von All Nippon Airlines, Japans größter Airline, produziert wurden.

Mit der Kampagne unter dem Titel „Ichigo Ichie“ (eine Möglichkeit, eine Begegnung) soll vor allem jüngeres Publikum in Europa angesprochen werden. Ausgestrahlt werden die Clips über den TV-Nachrichtensender CNN International, der enger Kooperationspartner ist. Eine gelungene Verbindung aus klassischem Storytelling und Werbung, bei der die Airline in den Hintergrund tritt.

 Swiss Air nimmt Deutsche aufs Korn

Auch die Schweizer Fluggesellschaft Swiss Air versucht mit einer neuen Videoclips-Kampagne ihr Land potenziellen Gästen schmackhafter zu machen und spielt dabei mit Klischees, Marotten und Traditionen. Dabei werden die Schweiz und andere europäische Länder aufs Korn genommen.

Auch die Deutschen kommen nicht ungeschoren davon. Von vielen als Weltmeister im Reservieren von Strand- und Poolliegen verspottet, wird diese Untugend von den Schweizern perfektioniert. “Made of Switzerland” mal in einem ganz anderen Kontext.




Die zehn lebenswertesten Städte

Es gibt Städte, die sind anders als andere. Sie haben eine hohe Lebensqualität, gute Infrastrukturen und Bildungsmöglichkeiten. Das Immobilien-Investment-Unternehmen JLL hat jetzt die weltweit zehn begehrtesten Städte im Rahmen einer Benchmark-Studie ermittelt.

Die gute Nachricht zuerst: Unter den Gewinnern haben sechs europäische Städte die Nase vorn– mit Berlin allerdings nur eine deutsche. Das sind die Gewinner:

 

Sydney ist in der Top Ten

Aufmacherfoto: Mark Downey

INFO
www.jllrealviews.com